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Aktuelles aus Seebach

Autor: Brandstettter Luisa
Artikel vom 16.11.2020

Weidezaunprojekte in Seebach umgesetzt

Wie halte ich in den Tälern die Landschaft offen und erhalte heimatliche Kulturlandschaft? Das ist immer wieder Thema in den Talgemeinden mit ihren steilen Hängen. Eine Möglichkeit ist die über die Tierhaltung und dafür wurden in Seebach in den vergangenen Wochen sechs Weidezaunprojekte realisiert. Konstruktiver Partner war der Landschaftserhaltungsverband Ortenaukreis e. V. (LEV), dem Seebach vor zwei Jahren beigetreten ist. Siebzehn Landwirte zeigten im April 2019 nach einer Infoveranstaltung des LEV über Fördermöglichkeiten zum Weidezaunbau Interesse, sechs Teilnehmer nahmen jetzt noch am Weidezaunprojekt teil, von den anderen wollen mehrere die Wolfszaunförderung des Landes nutzen.

Dr. Regina Ostermann, die Geschäftsführerin des LEV, plante mit den Landwirten die Zäune, die Gemeinde Seebach stellte in Kooperation mit dem LEV im November 2019 beim Regierungspräsidium Freiburg den Antrag auf Fördermittel. Diese betragen 50 Prozent, 25 Prozent fördert die Gemeinde und 25 Prozent tragen die Eigentümer. Sie verpflichten sich bei Förderung, den Weidezaun für mindestens fünf Jahre zur Tierhaltung zu nutzen. Mitte September kam der Förderbescheid und es ging an die Arbeit. Am Mittwochnachmittag nun trafen sich Bürgermeister Reinhard Schmälzle, Mitarbeiterin Stefanie Panther, LEV-Geschäftsführerin Dr. Regina Oster und die Familie Buse vor Ort beim Weidezaunprojekt Achert/Schwarzenkopf mit Weidezaunbauer Markus Wussler, um diesen Weidezaun offiziell abzunehmen und zu besichtigen. Er hat eine Länge von mehreren 100 Metern in steilem Gelände mit 35 bis zum Teil 50 Prozent Hangneigung. Dr. Jörn Buse will auf diesem Gelände eine Ziege und mehrere Krainer Steinschafe zur Offenhaltung der Landschaft einsetzen.

Insgesamt wurden auf Seebacher Gemarkung 4640 Meter Weidezaun umgesetzt, davon 530 Meter für Rinder, 4110 Meter für Ziegen, Schafe, Ponys und Kleinpferde. Die Ziegen- und Schaf-Weidezäune sind 1,20 Meter hoch und haben sechs stromführende Litzen, sie entsprechen den Anforderungen eines wolfssicheren Zauns. Die Weidezäune für Rinder und Pferde haben zwei stromführende Litzen. Die Gemeinde war auch an dem Projekt beteiligt, denn sie hat sieben „Gemeindeziegen“, sogenannte Burenziegen. Für sie wurde beim ehemaligen Hotel Adler ein Weidezaun errichtet. Das Gehege ergänzt das Ehrenamtsprojekt „Abenteuer am Adlersee“. Für den gesamten Weidezaunbau auf Seebacher Gemarkung bewilligte der Gemeinderat 42911 Euro und vergab den Auftrag an die Markus Wussler e. K.  in Gengenbach.

„Danke für die wertvolle Unterstützung bei Planung und Antragstellung“, sprach Bürgermeister Reinhard Schmälzle LEV-Geschäftsführerin Dr. Regina Oster aus, seiner Mitarbeiterin Stefanie Panther dankte er für die Steuerung und Koordination der Weidezaunprojekte in der Gemeinde. „Es war nicht ganz einfach, weil neue Bestimmungen der Unteren Naturschutzbehörde in Punkto Feldgehölze, Nasswiesen, FFH-Wiese, Gewässer und Gewässerrandstreifen beachtet werden mussten, aber wir haben es geschafft“, meinte sie erleichtert.  Dem Unternehmer Markus Wussler mit Tochter Sophia dankte Reinhard Schmälzle für den zügigen Bau der Weidezäune, was teilweise aufgrund der Topographie in Seebach kein Leichtes gewesen sei und viel Handarbeit erfordert habe. „Wir sind einfach nur dankbar“, äußerten Dr. Jörn Buse und seine Frau Hilke stellvertretend für alle Weidezaun-Antragsteller, „denn für uns war es eine Riesenerleichterung, dass wir den Zaun nicht selber planen, nicht nach Fördermitteln schauen und nicht selber bauen mussten.“ Ziege „Bella“, die sie neben ihren beiden Kindern Amalia und Elenor bei der Abnahme des Weidezauns im Bereich Achert/Schwarzenkopf dabeihatten, berührte das alles nicht, sie fraß die ganze Zeit über genüsslich am Wiesengras.

 Weidezaunprojekt
Im Bereich Achert/Schwarzenkopf wurde ein gefördertes Weidezaunprojekt umgesetzt und am Mittwoch abgenommen. Von links: Bürgermeister Reinhard Schmälzle, Dr. Jörn Buse und Hilke Buse mit den Kindern Elenor und Amalia und mit Ziege „Bella“, LEV-Geschäftsführerin Dr. Regina Ostermann, Weidezaunbauer Markus Wussler mit Tochter Sophia, Gemeindemitarbeiterin Stefanie Panther